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Alte Innenaufnahme


Hinter dem Rathaus 3
23966 Wismar
Tel.: 03841 283550

Historischer Dachstuhl
 
Der Ursprung des faszinierenden Hauses geht bis in das Jahr 1354/ 55 zurück. Zeitzeuge dieser Baugeschichte ist der noch erhaltene Dachstuhl. Das Haus, in dem sich die historische Weingaststätte "Zum Weinberg" heute befindet, wurde um das Jahr 1575 im Renaissancestil erweitert. Hier begründete der aus Holland zugewanderte Weinhändler Gödert Rotterdam 1648 eine Weinhandlung. Den Gepflogenheiten der damaligen Zeit folge leistend, gab er seinem Haus und Geschäft den Namen "Zum Weinberg".
Der Besitzer konnte sehr bald die Voraussetzung erfüllen, die notwendig war, um den Weinkranz zu erwerben. Dieser wurde außen am Haus aufgehängt und zeugte von der Qualität des Hauses. Solche Auszeichnungen bekam nur die beste Weinhandlung der Stadt. Als das weithin bekannte Gebäude im Jahre 1710 umgebaut wurde, entstand ein sehr beeindruckender Barockgiebel. Eine goldglänzende Nachbildung des Weingottes Bacchus über dem Hauseingang begrüßt seitdem die Besucher.
Der älteste Teil des Gebäudes, die Renaissancediele, hat den Umbau überlebt und zählt heute zweifellos zu den schönsten erhaltenen Hausdielen in ganz Mecklenburg. Nach dem nordischen Krieg von 1711-1718 wechselten die Besitzer des "Weinberges" immer häufiger.
Erst mit der Beseitigung der schwedischen Herrschaft und der Angliederung Wismars an Mecklenburg im Jahre 1803 begann wieder ein langsamer wirtschaftlicher Fortschritt. Am 01. Oktober 1822 übernahm Ferdinand Gustav Michaelis die Weinhandlung. Fortan hieß die spätere Weingroßhandlung und Firma der damaligen Zeit entsprechend "F.G.Michaelis".
Dem gediegenen Kunstsinn der Familie ist es zu verdanken, dass die Renaissancediele und Großteil des Hauses heute noch im Ursprungszustand erhalten ist. Bilder, Truhen, Holzschnittarbeiten sowie Messingkronleuchter und Messingwandarme, die von der hervorragenden Handwerkskunst Wismarer Bürger zeugen, stammen aus dieser Zeit. Die vorhandene Treppe wurde erst 1923 eingebaut. Das nach dem Tod der beiden Söhne verfasste Testament von Lilly Michaelis vermacht der Hansestadt Wismar nach Vorbild des Schabbelhauses in Lübeck, das Grundstück mit allen darauf stehenden Gebäuden als Erbe, welches die Hansestadt annahm.
Im Jahre 1953 übernahm der VEB "Wismaria" dieses Haus. Es diente den unterschiedlichsten Zwecken, ehe es 1969 zu einer Weinverkostungsstätte ausgebaut wurde. Die HO L/G Wismar übernahm 1973 nach umfangreichen Konstruktionsmaßnahmen, die den denkmalpflegerischen und historischen Charakter des Hauses unterstreichen, die Weingaststätte mit dem ursprünglichen Namen "Zum Weinberg".
Die Hansestadt Wismar ist bemüht das Vermächtnis umzusetzen und dabei eines für den Ostseeraum bedeutsames Baudenkmal, das die Geschichte der Wismarer Kaufmanns- und Handelskultur beispielhaft widerspiegelt, in seiner ganzen Schönheit erhalten wird.
Nach 1989 wechselten häufig die Inhaber. Ab November 1994 führt die Familie Mixdorf das Haus und seit Oktober 1997 in eigener Regie.
       

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