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Geschichte der Stadt Parchim
Das Rathaus ist in der Substanz ein gotischer Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert.
Unter den Gebäuden der mittelalterlichen Stadt nahm das Rathaus Parchim als Sitz der städtischen Behörden und als Wahrzeichen städtischer Selbständigkeit die erste Stelle ein.
Bald nach der Stadtwerdung (urkundlich erwähnt 1225/26) baute Parchim am Markt sein Stadthaus und auch die um 1246 entstandene selbständige Neustadt Parchim besaß ihr eigenes Rathaus.
MuseumNach der Vereinigung beider Stadtteile 1282 fanden die Zusammenkünfte der Ratsmänner im Rathaus der Altstadt statt. Die Zeichnung von Gerhard Hoeppner von 1928 ist geeignet, einen Eindruck zu vermitteln, wie das Rathaus einst ausgesehen haben mag. Hier geht hervor, dass diese ältere Anlage zu einem wohlbekannten Typ mittelalterlicher Rathäuser gehört, der in Deutschland seit der Zeit 1200 zu finden ist.
Den repräsentativen Eingangsteil bildete der gesamte Nordostabschnitt des Gebäudes.

Aussenansicht - Museum
Im Erdgeschoss war dieser Abschnitt ausgestaltet zu einer rechteckigen Laube. Betreten konnte man die Laube vom Alten Markt, vom Schuhmarkt und von der innerhalb der Laube, die übrigens die Tagungsstätte des Niedergerichtes war. Der übrige Teil des Erdgeschosses enthielt einen einzigen Raum, der als Kaufhalle diente und in dem die Ratswagen standen. Das ganze Obergeschoss nahm anfänglich nur die Ratshalle ein. Dort fanden Beratungen des Rates und der Bürgerschaft, aber auch die Sitzung des Hochgerichtes und Festlichkeiten (wie z. B. Hochzeiten) statt.
Eine Schreibstube und weitere kleinere Räume wurden erst nach und nach eingebaut.
Die Fenster oberhalb der Laube waren größer als die übrigen Fenster des Geschosses und des Erdgeschosses.
Das Parchimer Rathaus besaß auch einen Weinkeller.
Nach 1370 hatten die Wandschneider im Rathaus ihre Verkaufsstände.
1481 wurde das Rathaus zum Sitz der städtischen Finanzverwaltung bestimmt.
Im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts waren einzelne Zweige der Stadtverwaltung in einem besonderen Gebäude ("Bude") untergebracht.
Beim Stadtbrand 1612 wurde diese Ratsbude eingeäschert.
Von 1667 bis 1708 war im Rathaus das Oberste Landesgericht, das Mecklenburgische Land- und Hofgericht, untergebracht.
Auch im Rat nutzte mehrere Räume des Rathauses. Doch hatte die Stadtverwaltung ihren Sitz vornehmlich in der 1669 neu erbauten Ratsbude.
Im Jahre 1808 erwiesen sich die Ziergiebel auf der Nordseite des Bauwerkes als so baufällig, dass sie abgebrochen werden mussten. 
Im Jahre 1813 wurde das Rathaus wiederum als Verpflegungsmagazin benutzt und zwar für Truppenteile der Verbündeten.
Denkmal Generalfeldmarschall Graf Helmuth von MoltkeNachdem das Rathaus von 1817 bis 1820 unter der Bauleitung des Ludwigsluster Hof- und Landbaumeisters Barca um- und ausgebaut worden war, diente es ab Herbst 1818 der Unterbringung des Oberappellationsgerichts für Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Die Stadtverwaltung hatte nur wenige Zimmer des Gebäudes in Benutzung. Barca zeigte beim Umbau keine besondere Vorliebe für die Neugotik. 

Er hatte sich ihrer Form nur bedient, wenn es unbedingt notwendig erschien. Bei dem Umbau griff Barca rücksichtslos in den mittelalterlichen Bestand ein.
Die Laube als solche verschwand. Ihr Raum wurde in das Erdgeschoss mit einbezogen. Der Haupteingang wurde an den Schuhmarkt verlegt. Hier werde ein neues Portal durch den Einzug von vier verputzten Flachbogenfenster traten überall hohe Spitzbogenfenster.
Zwischen Erd- und Obergeschoss wurde ein weiteres Geschoss eingezogen. In diesem Zusammenhang wurden die Fensterdurchbrüche im alten Erdgeschoss besonders stark erhöht, wobei die Spitzbogenoberteile die Räume des Zwischengeschosses erhellten.
Dem Südgiebel nachgebildet wurde ein neuer Nordostgiebel gebaut, zu dessen Eingang eine Freitreppe führt. Das Satteldach wurde flacher gelegt.
Am 01.10.1840 wurde das Mecklenburgische Oberappellationsgericht von Parchim nach Rostock verlegt. Seitdem wurde das Rathaus wieder Sitz der Verwaltung und ist es noch heute.