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Im Grundriß der Stadt,
deren Straßenführung sich seit dem Mittelalter
kaum gewandelt hat, ist diese Trennung deutlich zu erkennen
und stellt somit eine
städtebauliche Besonderheit dar.
Mit
der Verlegung der werleschen Residenz nach Waren 1362 begann
der Stern Röbels langsam zu sinken. Die zunehmenden hausgemachten
Querelen sowie eine beträchtliche Anzahl schwerer Brände
und die seit dem 30jährigen Krieg bis zum Ende der napoleonischen
Besetzung fortwährenden Kriegslasten setzten der einst
wohlhabenden Vorderstadt schwer zu.
Erst um 1830 wurde wieder die Bevölkerungszahl des 16.
Jahrhunderts erreicht.
Die wirtschaftliche Gesundung verdankte Röbel nicht zuletzt
der klugen Führung der Bürgermeister Engel und Hermes,
die
über fast das gesamte 19. Jahrhundert die Geschicke der
Stadt lenkten.
Angeschlossen an die Binnenwasserstraße von der Havel
über die oberen Seen zur Elbe, diente der vor 1840 neu
angelegte idyllische Stadthafen für rund 130 Jahre der
Verlastung von Schüttgut und Holz sowie bis heute dem
Passagierverkehr.
Schon
1855 begann man mit der Errichtung des Gaswerkes, dem 1902
das Stadtkrankenhaus und kurze Zeit später das Wasserwerk
folgten.
Eine Stichbahn in Anbindung an das Schienennetz zu den großen
Metropolen Hamburg und Berlin
erhöhte ab 1899 die Bedeutung Röbels als Umschlagplatz
agrarischer Produkte.
Neben
Brauerei, Molkerei, Mühlenbetrieben sowie einer Kartoffelflockenfabrik
hielt sich das Handwerk als traditioneller Wirtschaftsfaktor
in der Versorgung des
agrarischen Umlandes. Aber auch in der Stadt selbst spielte
die Landwirtschaft
noch bis in die letzten Jahrzehnte hinein eine nicht zu übersehende
Rolle.
Röbels
Postkartenidylle zog nicht nur Berühmtheiten wie Fritz
Reuter und Heinrich
Schliemann an.
Der Fremdenverkehr nahm seit dem Ende des 19. Jahrhunderts
stetig
zu, wurde jedoch erst nach 1960 wirtschaftlich bedeutsam.
Von 1952 –1994 Kreisstadt und während der sozialistischen
Zeit auch mit einigen größeren Betrieben versehen,
erreichte Röbel vor der politischen Wende erneut einen
Gipfel in seiner Entwicklung und zählte mehr als 7000
Einwohner, zu denen sich während der Ferienzeiten noch
Scharen von Urlaubern vorwiegend aus dem Süden der DDR
gesellten.
Nach
dem wirtschaftlichen Einbruch in Folge der Wiedervereinigung
und der Verlegung der Kreisbehörden nach Waren ist der
staatlich anerkannte Erholungsort heute zwar bevölkerungsmäßig
um rund 1300 Menschen geschrumpft, hat jedoch mit einem weltweit
operierenden CD-Werk und guten Zuwachsraten im Tourismus noch
Luft zum Atmen, wenn auch die Zeiten keines Wegs rosig sind.
Ruhe
und Beschaulichkeit offeriert der „Bunte Hafen am Kleinen
Meer“ mit seinem
seit einem guten Jahrzehnt durch die Stadtsanierung stetig
schöner und verjüngt wirkenden Gesicht.
Zwei frühgotische Backsteinhallenkirchen, farbfreudig
restaurierte Fachwerkhäuser, kleine Winkel mit Brunnen
und Bänken sowie viel Grün prägen das einladende
Ambiente dieser historisch und städtebaulich bedeutsamen
kleinen Stadt an Deutschlands größtem Binnensee.
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