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Röbel / Müritz

17207 Röbel / Müritz
Haus des Gastes
Straße der
Deutschen Einheit 7
Tel.: 039931 80114
und 80113
Fax: 039931 80112

E-Mail: stadtinfo.roebel
@t-online.de
   
 
Die Marke Müritz
 
Röbel/Müritz entstand bereits im 10.Jahrhundert als suburbane Siedlung vor einer der Hauptburgen des slawischen Stammes der Morizaner und neben einem
Tempelberg, den seit dem frühen 13.Jhdt. eine der beiden Kirchen des Städtchens
krönt.
Diese, später als Altstadt bezeichnete Markt– und Dienstleistungssiedlung
gehört zusammen mit Plau und Güstrow zu den frühen Stadtgründungen des Heinrich Borwin II., Urenkel Niklots, des Stammvaters der mecklenburgischen Herzöge. Im Zusammenschluß des alten slawisch-deutschen
Kerns mit der neu entstandenen deutschen
Siedlung schuf Heinrich Borwins Sohn Nicolaus von Werle 1261 die „Neue Stadt Robole“ mit einer erweiterten Feldmark, deren Grenzen bis heute fast unverändert geblieben sind.
Die Burg Röbel, 1227 erstmals urkundlich erwähnt, wurde danach zu einem Residenzschloß des Landesfürsten ausgebaut. Nach dessen Zerstörung in den
 
Wirren des 15. Jahrhunderts setzte man eine Windmühle auf den Burgberg.

Während die meisten anderen mecklenburgischen Städte sich zu geschlossenen
Einheiten entwickelten, spielte sich in dem bereits durch die Grenze zweier Bistümer
aufgeteilten Röbel eine erneute Trennung ab zwischen der befestigten Neustadt und
dem nur durch Seen und Sumpf geschützten ehemals slawischen Ortsteil.
Alt- und Neustadt blieben fortan zwar verbunden, unterschieden sich jedoch in ihrer sozialen Struktur.
Die Neustädter Kaufleute und Handwerker, seit Gründung der deutschen Siedlung vom Landesherren mit Ackerland belehnt („Ackerbürger“),

verschafften der ummauerten Neustadt einen gewissen Wohlstand; der Altstadt mit ihren Bauern und Fischern hingegen wurden die städtischen Privilegien verwehrt, was jahrhundertelange teils erbittert geführte Rechtsstreitigkeiten nach sich zog.

Im Grundriß der Stadt, deren Straßenführung sich seit dem Mittelalter kaum gewandelt hat, ist diese Trennung deutlich zu erkennen und stellt somit eine
städtebauliche Besonderheit dar.

Mit der Verlegung der werleschen Residenz nach Waren 1362 begann der Stern Röbels langsam zu sinken. Die zunehmenden hausgemachten Querelen sowie eine beträchtliche Anzahl schwerer Brände und die seit dem 30jährigen Krieg bis zum Ende der napoleonischen Besetzung fortwährenden Kriegslasten setzten der einst wohlhabenden Vorderstadt schwer zu.
Erst um 1830 wurde wieder die Bevölkerungszahl des 16. Jahrhunderts erreicht.
Die wirtschaftliche Gesundung verdankte Röbel nicht zuletzt der klugen Führung der Bürgermeister Engel und Hermes,
die über fast das gesamte 19. Jahrhundert die Geschicke der Stadt lenkten.
Angeschlossen an die Binnenwasserstraße von der Havel über die oberen Seen zur Elbe, diente der vor 1840 neu angelegte idyllische Stadthafen für rund 130 Jahre der Verlastung von Schüttgut und Holz sowie bis heute dem Passagierverkehr.

Schon 1855 begann man mit der Errichtung des Gaswerkes, dem 1902 das Stadtkrankenhaus und kurze Zeit später das Wasserwerk folgten.
Eine Stichbahn in Anbindung an das Schienennetz zu den großen Metropolen Hamburg und Berlin
erhöhte ab 1899 die Bedeutung Röbels als Umschlagplatz agrarischer Produkte.

Neben Brauerei, Molkerei, Mühlenbetrieben sowie einer Kartoffelflockenfabrik
hielt sich das Handwerk als traditioneller Wirtschaftsfaktor in der Versorgung des
agrarischen Umlandes. Aber auch in der Stadt selbst spielte die Landwirtschaft
noch bis in die letzten Jahrzehnte hinein eine nicht zu übersehende Rolle.

Röbels Postkartenidylle zog nicht nur Berühmtheiten wie Fritz Reuter und Heinrich
Schliemann an.
Der Fremdenverkehr nahm seit dem Ende des 19. Jahrhunderts stetig
zu, wurde jedoch erst nach 1960 wirtschaftlich bedeutsam.
Von 1952 –1994 Kreisstadt und während der sozialistischen Zeit auch mit einigen größeren Betrieben versehen, erreichte Röbel vor der politischen Wende erneut einen Gipfel in seiner Entwicklung und zählte mehr als 7000 Einwohner, zu denen sich während der Ferienzeiten noch Scharen von Urlaubern vorwiegend aus dem Süden der DDR gesellten.

Nach dem wirtschaftlichen Einbruch in Folge der Wiedervereinigung und der Verlegung der Kreisbehörden nach Waren ist der staatlich anerkannte Erholungsort heute zwar bevölkerungsmäßig um rund 1300 Menschen geschrumpft, hat jedoch mit einem weltweit operierenden CD-Werk und guten Zuwachsraten im Tourismus noch Luft zum Atmen, wenn auch die Zeiten keines Wegs rosig sind.

Ruhe und Beschaulichkeit offeriert der „Bunte Hafen am Kleinen Meer“ mit seinem
seit einem guten Jahrzehnt durch die Stadtsanierung stetig schöner und verjüngt wirkenden Gesicht.
Zwei frühgotische Backsteinhallenkirchen, farbfreudig restaurierte Fachwerkhäuser, kleine Winkel mit Brunnen und Bänken sowie viel Grün prägen das einladende Ambiente dieser historisch und städtebaulich bedeutsamen kleinen Stadt an Deutschlands größtem Binnensee.