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[Entstehung der Seebäder]
Mecklenburg-Vorpommern
Die Geschichte der Seebäder begann Mitte des 18. Jahrhunderts. Bis zu
diesem Zeitpunkt war den Menschen das Meer eher unheimlich. Man
nutze es für Fischfang und Transport, hielt sich aber ansonsten von der
See fern. Dieser Umstand ergab sich aus dem Respekt vor den elementaren
Naturgewalten wie sie zuweilen von Wind und Wasser ausgehen, ein
gewisses mystisches Empfinden prägten darüber hinaus
Schilderungen aus der damaligen Seeschiffahrt.

Erst im Zuge der Aufklärung setzte sich allmählich eine neue Sichtweise durch. Man begann, gestützt auf medizinische Argumente, sich der Natur und insbesondere dem Meer zuzuwenden, glaubte in zunehmender Weise an die Heilkraft des salzigen Wassers, der sauerstoffreichen Luft und des besonderen Seeklimas.

Diese Entwicklung war zunächst in England, beispielsweise den Orten Brighton und Scarborough, am ausgeprägtesten. Das erste deutsche Seebad entstand auf Anregung Georg Christoph Lichtenbergs 1793 in Heiligendamm. Es folgte eine beispiellose Entwicklung im Fremdenverkehr der damaligen Zeit, Küstenorte nahmen einen zum Teil rasanten Aufschwung oder wurden völlig neu gegründet. Dabei erwies sich die Ostseeküste wegen ihres im Vergleich zur Nordsee milderen Klimas, den breiten Sandstränden und ihrem malerischem Küstenverlauf als besonders begünstigt. Die zum Teil mondänen Seebäder wurden zumeist nach englischem Vorbild – bestehend aus Badehaus, Salon, Kurhaus und Promenade mit Kurplatz oder Konzertgarten errichtet. Ihr imposantes Erscheinungsbild und die typische Architektur zeugen von ihrer Bedeutung als Treffpunkt und Flaniermeile der gesellschaftlichen Oberschicht seinerzeit. Lange schon stehen die Seebäder einem breiten Publikum zur Verfügung, das sie umgebende Flair und die Atmosphäre des Besonderen haben sich die meisten Bäder jedoch bis heute bewahrt.
