|

|
|
|
|
|
Geschichte
von Ueckermünde
|
|
Unsere
Stadt im Nordosten Deutschlands hat eine lange und wechselvolle
Geschichte. Sie liegt malerisch zwischen Haff und Ueckermünder
Heide eingebettet. Dies war wohl auch Grund für die Ansiedlung
von Slawen im 12. Jahrhundert. Der Stadtname leitet sich aus dem
wendischen Ukrer her, der slawischen Völkerschaft, die das Einzugsgebiet
der Uecker vor 1200 nach Abzug der germanischen Stämme bewohnte.
Um 1260 wurde dem ursprünglichen Handelsplatz das Stadtrecht verliehen.
Aus dieser Zeit stammt auch das älteste Gebäude der Stadt, das 1284
als Burg errichtete Schloß. Dieses
Gebäude wurde 1546 durch Philipp I. neu erbaut und ist das letzte
erhaltene Schloß der ehemaligen pommerschen Herzöge auf deutschem
Boden.
Die Stadt Ueckermünde hatte damals wesentlich andere Dimensionen
als heute. So war sie teilweise von einer Stadtmauer umgeben,
deren Ausmaße uns leider nicht überliefert wurden. Erst kürzlich
wurden bei Straßenbauarbeiten in der Bergstraße Reste dieser Mauer
gefunden. Leider ist auch keines der zwei Stadttore erhalten geblieben.
Um die Stadt spielten sich in den folgenden Jahrhunderten viele
Belagerungen und wechselseitige Eroberungen ab. Im Dreißigjährigen
Krieg wurde die Stadt fast vollständig zerstört. Von anfangs 1600
Einwohnern überlebten ganze 15 diese kriegerischen Ereignisse.
Die Stadt fiel immer wieder in wechselnden Besitz. Anfang des
18. Jahrhunderts war Ueckermünde aber auch immer wieder Treffpunkt
namhafter Fürsten der damaligen Zeit. So sollen König Friedrich
Wilhelm I., August III., Kurfürst von Sachsen, Stanislaus Leszinski,
König von Polen und Zar Peter I., Kaiser von Rußland, in Ueckermünde
gewesen sein.
Die Haupterwerbsquelle der Einwohner war die Fischerei. Erst Ende
des 18./ Anfang des 19. Jahrhunderts begann das Handwerk aufzublühen.
Die Ziegelindustrie entstand, und mit der Entdeckung von großen
Vorkommen an Raseneisenerz wurden mehrere Eisengießereien errichtet.
Im 19. Jahrhundert befanden sich ca. 50 Ziegeleien in Ueckermünde,
die ihre Steine in großem Umfang verschifften.Ueckermünde wurde
zu einem bedeutenden Umschlagplatz und auch der Schiffbau entwickelte
sich. Allein in den Jahren 1781 - 1795 liefen in Ueckermünde 102
Schiffe vom Stapel.
1819 wurde Ueckermünde Kreisstadt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
wurden viele Gebäude in der jetzigen Altstadt errichtet. Diese bilden
noch heute das Zentrum mit vielen kleinen Geschäften und dem Markt
sowie der St. Marienkirche im Brennpunkt.
Die Stadt wurde 1945 kampflos den sowjetischen Truppen übergeben.
Diesem Umstand ist es zu verdanken, daß Ueckermünde von großen
Kriegszerstörungen verschont blieb.
Ab Ende der sechziger Jahre unseres Jahrhunderts entstand mit
einem Neubaugebiet ein völlig neuer Stadtteil. |
|