Die Backsteingotik der Hansestadt Greifswald

Die Kirchen der Hansestadt Greifswald und das Kloster Eldena sind einzigartige Zeugen der Backsteingotik.


Hanseatic City of Greifswald
Dom St. Nikolai
Der sehenswerte Dom St. Nikolai, genannt der "schlanke Nikolaus", überragt mit seinem fast 99 m hohen Turmhelm die gesamte Stadt. Er zählt zu den interessantesten Backsteinkirchen in Mecklenburg-Vorpommern. Der schlanke Westturm ist sein Erkennungszeichen, im Grundriss quadratisch, dann zu einem Oktogon umgeformt und von einer zweifach unterbrochenen Barockhaube (1650) bekrönt. Die dreischiffige gotische Halle aus dem 13. Jh. wurde zu Beginn des 15. Jh.s nach Osten erweitert und zur Basilika umgebaut. Der Innenraum wurde 1824-1833 umgestaltet im Stil einer romantisierenden Neogotik. 
Die Pläne für den Umbau lieferte der Schinkel-Schüler Gottlieb Giese, die Wände waren weiß getüncht und verschiedene Einbauten (u.a. ein hölzerner Einbau im Chor) und architektonische Schmuckformen kamen dazu.  Vor allem Gemälde blieben von der alten Ausstattung erhalten, u.a. auch das 1460 von Heinrich Rubenow gestiftete Bild "Sieben Greifswalder Professoren in Anbetung Mariens", sowie mittelalterliche Wandmalereien (1420-1450), Epitaphe und Grabkapellen von Greifswalder Familien in den Seitenschiffkapellen.
Die als "dicke Marie" bezeichnete St. Marienkirche ist eine dreischiffige chorlose Hallenkirche. Vermutlich wurde mit dem Bau kurz nach der Gründung der Stadt begonnen; vollendet war das Gotteshaus zwischen 1350 und 1400; die Bemalung wurde 1977-1984 wieder hergestellt. Die Annenkapelle wurde um 1320 an der Südseite angefügt und die Westvorhalle kam um Mitte des 15. Jh.s dazu. Einen schönen Kontrast im Innern zum weiß getünchten Gewölbe mit den bemalten Kreuzrippen bilden die ziegelroten Bündelpfeiler. Im Lauf des 19. Jh.s ging der größte Teil der Ausstattung verloren, einige qualitätsvolle Stücke blieben aber erhalten. Die prächtige Renaissancekanzel mit reicher Schnitz- und Intarsienarbeit, ein Werk des Rostocker Künstlers Joachim Mekelenborg aus dem Jahre 1587, befindet sich im Mittelschiff.
In den kassettenartigen Feldern sind Petrus, Christus, Johannes der Täufer und Paulus dargestellt, am Treppenaufgang die vier Evangelisten und an der Rückwand der Kanzel die drei Reformatoren Luther, Bugenhagen und Melanchthon. 
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St. Marienkirche
Auch die zahlreichen Grabsteine und Epitaphe aus dem 14.-18. Jh. im Fußboden bzw. in den Seitenschiffen, darunter auch der Grabstein des Universitätsgründers Rubenow aus dem Jahr 1462, sind eine Besonderheit. Das Steinrelief (Hl. Familie) in der Annenkapelle ist ebenfalls sehenswert.
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Kloster Eldena
Vor den Toren der Stadt erheben sich die imposanten Ruinen des Zisterzienserklosters Eldena. Die Klosteranlage wurde im Jahre 1199 von den Mönchen des Klosters Dargun gegründet. 1533, nach der Säkularisation, übernahm der pommersche Herzog die Klostergebäude, die 1637 von schwedischen Truppen geplündert wurden und in der Folgezeit verfielen. Das Interesse erwachte erst im Zuge der Romantik an dem mittelalterlichen Kloster; erste Maßnahmen zum Erhalt der Gebäude wurden 1827 unternommen und das Klostergelände nach Plänen des Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné bepflanzt. Durch die romantischen Darstellungen in den Gemälden von Caspar David Friedrich (u.a. in der berühmten "Abtei im Eichwald") sind die steinernen Zeugen weltbekannt geworden.
Von der Klosterkirche erhalten blieben die Westwand mit dem für die Zisterzienserarchitektur charakteristischen monumentalen Spitzbogenfenster, einige Pfeilerreste der südlichen Langhauswand und Teile des Chores sowie der im Osten anschließende Klosterflügel (Sakristei, Kapitelsaal und Kapelle).